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Klostervorhof mit Reihern, um 1833

Vorfrühling, März 1829

Viadukt von Atrano, 1829
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Nicht nur Theodor Fontane erkannte in dem
1798 in Cottbus geborenen Maler Carl Blechen ein außerge- wöhnliches
künstlerisches Talent. Für die moderne Kunstgeschichte zählt
Blechen zu den bedeutendsten Malern des 19. Jahrhunderts. Das war nicht
immer so, denn seine Zeitgenossen hielten seine eigenwillige Malweise für
"wilde Kleckserei". Heute dagegen steht Blechen gleichrangig neben dem
Romantiker Caspar David Friedrich und dem Realisten Adolph Menzel und oft
wird Blechen als ein Vorläufer des Impressionismus bezeichnet.
Nach einer unwillig absolvierten Banklehre ging Blechen
an die Berliner Kunstakademie und nach einer kurzen Zeit als Theatermaler
zog es ihn nach Italien, wo er zu einem persönlichen Malstil und zu
großer Ausdrucksstärke fand. Mit der Staffelei auf der Schulter
und dem Farbenkasten und der Leinwand unter dem Arm wanderte er mit seinen
Malerkollegen durch die Stadt Rom und in die nähere Region. Man malte,
was man sah: die schroffen Gebirgszüge der Campagnalandschaft, antike
Ruinen, nackte, verbrannte Erde und vor allem das gleißende italienische
Licht.
Blechen erkannte schnell, daß diese Form der Freilichtmalerei
seiner Vorstellung am besten entsprach. Seine Ölskizzen, die hier
vor der Natur entstanden, sind von einer Frische und Spontaneität,
die ihresgleichen suchen. Er konnte seinen Landschaften eine ungeheure
Erzählkraft und eine nahezu theatralische Dramatik verleihen, ohne
dabei im geringsten pathetisch oder übersteigert romantisch zu werden.
Seine Intention war die Darstellung der reinen Wirklichkeit, nichts wurde
hinzugefügt, bei aller atmosphärischer Stimmungs- haftigkeit spielte
in seinen Landschaften auch der Informationswert eine große Rolle.
Zurückgekehrt nach Berlin, mußte Blechen feststellen,
daß das eher konservative Kunstpublikum wenig von seiner Art der
Freilichtmalerei hielt. Er erhielt nur wenige Aufträge und litt sehr
unter der strikten Ablehnung seiner mitgebrachten Arbeiten. Die Presse
und die öffentliche Meinung sparten nicht mit ihrer Kritik. Gerade
seine nach dem Italienaufenthalt entstandenen Werke zeichnen sich durch
ihren sehr subjektiven Charakter aus; dramatische Hell-Dunkel Kontraste
verleihen den Bildern eine dämonisch beängstigende Wirkung. Solchen
Irritationen war die Berliner Kunstszene kaum gewachsen.
Dieser Mangel an Anerkennung und angemessener Würdigung
seines Werkes wurde für den Maler immer unerträglicher, ab 1835
litt er unter schweren Depressionen und 1840 starb Blechen, kaum 40 Jahre
alt, im Wahnsinn.
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